10 Jahre Goldsteig - 12 Jahre Wegemanagement

How To Make a certified Trail

Das erste Emoji auf einem Wanderweg, lange vor den Emojis im Mobiltelefon - Foto: Michael Körner
Das erste Emoji auf einem Wanderweg, lange vor den Emojis im Mobiltelefon - Foto: Michael Körner

Ein persönlicher Blick zurück, auf die Entstehung von Deutschlands längsten, zertifizierten Fernwanderweg, dem Goldsteig.
Eine kleine Geschichte in Bildern, Impressionen und Anekdoten
Teil 1

Frühjahr 2006 bis Frühjahr 2007 - Planungen, Begehung, Datenaufnahme und Analyse

 

2017 feiert der Goldsteig sein 10jähriges Jubiläum. 10 Jahre Goldsteig waren, für mich bis heute, 12 Jahre eines langen Weges. Es waren 12 Jahre gefüllt mit faszinierenden Momenten, Frustration, schönen Erlebnissen, Tiefschlägen, Abenteuern, aber vor allem von Begegnungen mit den Menschen in der Region, vom Oberpfälzer Wald bis in den Bayerischen Wald. 660 Kilometer lagen vor mir, welche es zu begehen, zu erfassen und zu anaylsieren galt. Ein großes "Wander-Abenteuer" stand mir bevor. Was wird mich in den Etappen erwarten? Was werde ich wirklich vorfinden? Wie können wir zu einem vielfältigen, abwechslungreichen, spannenden Wanderweg kommen? Wie legen wir die Routen? Die Zertifizierungskriterien des Deutschen Wanderverbandes mussten erfüllt werden, das war die Vorgabe. Im Raum stand für mich, im wahrsten Sinne des Wortes, "der Weg ist das Ziel". Es musste geplant, markiert, der gesamte Weg mit Wegweisern bestückt werden und am Ende erwartete uns die Prüfung durch den Deutschen Wanderverband, damit der Goldsteig mit dem Prädikat "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" ausgezeichnet werden konnte. Glücklich konnten wir das Zertifikat im Herbst 2007 auf der Messe Tour Natur in Düsseldorf, das erste Mal entgegennehmen und den gesamten Weg der Öffentlichkeit übergeben. Der Goldsteig entwickelte sich zu einer Erfolgsgeschichte und fand seither seine Liebhaber, Freunde, Wanderer und Unterstützer

Aber langsam, jede Wanderung beginnt mit dem ersten Schritt und dieser wollte gemacht sein. 38 Tagesetappen galt es, ausgesattet mit Erfassungsbogen, Stift und GPS-Gerät zurückzulegen. Nichts konnte uns aufhalten, bei jedem Wetter, Regen, Kälte und sogar Schnee waren wir unterwegs. Der Zeitplan war sportlich und straff. Und die Bilanz wurde am Ende gezogen, es musste abgewogen, optimiert und oft einmal eine neue Trasse gesucht werden.
Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist auch, Dinge in einem zeitlichen Kontext zu sehen, die Entwicklung der Mobiltelefone began 2004. 2007 erschien eines der ersten namhaften Handys und die Darstellung von digitalen Karten befand sich in den Kinderschuhen, von Tourenportalen und mobiler Navigation waren wir meilenweit entfernt. Heute sieht die Sache ganz anders aus. Eine ausgedehnte Wanderung ohne navigationsfähiges Notfalltelefon nicht mehr denkbar.

 

Inzwischen bekam der Goldsteig das vierte Mal das Prädikat verliehen, alle drei Jahre muss nachzertifiziert werden. Und damit es mit dem Prädikat immer wieder klappt, als dass auch die Nachhaltigkeit gewährleistet ist, benötigt ein Wanderweg stets Pflege, Aufsicht, Optimierung, Verbesserung und eine andauernde Qualitätssicherung. Man darf nie lockerlassen. Der Zahn der Zeit kann sehr schnell seine Spuren hinterlassen. Harte Winter, Stürme, heiße Sommer, notwendige Waldarbeiten und Veränderungen nehmen ständig Einfluß auf die Beschaffenheit eines Wanderweges.

 

Hier eine kleine Slideshow für Euch: