Der Baierweg

Blick auf den Hohenbogen - Foto: Michael Körner
Blick auf den Hohenbogen - Foto: Michael Körner

von Straubing zum Grenzübergang Hofberg (D/CZ)
und über Domazlice (CZ) nach Furth im Wald

 

Auf historischen Pfaden von der Donau nach Böhmen

Der Baierweg ein grenzüberschreitender Wanderweg von der Donau durch den Bayerischen Wald bis nach Böhmen, gehört zu den zahlreichen Erschließungs- und Handelswegen, die von der Donau zwischen Regensburg und Passau ausgingen und über den Gebirgskamm des Bayerischen und des Böhmerwaldes eine Verbindung zwischen Böhmen und Bayern herstellten. Seine zeitliche Einordnung und sein Verlauf hängen sehr wahrscheinlich mit der Geschichte der Grafen von Bogen zusammen. Dieses Geschlecht erwarb im 11. und 12. Jahrhundert viele Besitztümer am Hohenbogen, die durch Rodungen und neugeschaffene Ansiedelungen, sowie durch den Bau einer oder mehrerer Burgen geschützt wurden. Durch die gleichzeitigen Kontakte zum Böhmischen Könighaus, vor allem durch mehrere Heiraten, erhielten die Bogener Grafen mehr Einfluß in Böhmen.

 

Hinweis: Im Bestreben, den Baierweg  abschnittsweise nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes zu verbessern, wurden bereits einige Veränderungen vorgenommen, die noch in keiner Karte erkennbar sind. Die neuen Abschnitte sind aber so gut markiert, dass man sie auch ohne Karte problemlos finden kann. Informationen über den aktuellen Stand erhalten Sie bei Hermann Plötz, Tel. 09973 801294, Furth im Wald.

 

 

Markierung Baierweg:
blaue Raute (hoch) auf weißem Grund

Mögliche Etappeneinteilung:    
Strecke Kilometer Gehzeit
Straubing - Neukirchen bei Bogen                                                 24 km 6,0 Std.
Neukirchen bei Bogen - Kollnburg 18 km 5,0 Std.
Kollnburg - Bad Kötzting 20 km 5,0 Std.
Bad Kötzting - Neukirchen b. Hl. Blut  27 km 8,0 Std.
Neukirchen b. Hl. Blut - Kdyne 24 km 6,0 Std.
Kdyne - Domazlice 22 km 6,0 Std.
Domazlice - Furth im Wald 20 km 5,0 Std.

Blick auf Kollnburg - Foto: Michael Körner
Blick auf Kollnburg - Foto: Michael Körner

Aktuelle Informationen zum Baierweg gibt es bei der:

 

Tourist-Information Furth im Wald

Schlossplatz 1

93437 Furth im Wald
Tel. 09973 50980

Fax. 09973 50985

www.furth-hohenbogenwinkel.de

 

oder gleich auf der offiziellen Homepage des Weges:

www.baierweg.de


WEGBESCHREIBUNG
Autor: Hermann Plötz / Furth im Wald

 
Der Baierweg beginnt in Straubing und führt zunächst durch das Donautal auf den Bogenberg zu. Hinter der Stadt Bogen schwenkt er nach Osten ein auf die Berge des Bayerischen Waldes zu, die man bei Hofdorf erreicht: Hier steigt man den ersten Berg zu dem Kloster Windberg hinauf. Weiter gehts entlang des Bogenbach und Perlbach über Steinburg, Neukirchen nach Obermühlbach. Der erste steile Aufstieg führt über Meinstorf und die Wallfahrtskapelle Weiße Marter nach Sankt Englmar.

Von Sankt Englmar wandert man in stetem Auf und Ab über Kollnburg, Viechtach und Pirka zum Höllensteinsee. Danach führt der Weg weiter über einen Höhenrücken, der über den Ludwigsturm nach Kötzting führt. Hinter Kötzting besteigt man, vorbei an der 1000-jährigen Wolframslinde in Ried den Haidstein. (Abkürzung möglich!) Nach Besichtigung des kleinen Kirchleins auf dem Haidstein geht es ebenso steil wieder hinunter bis nach Liebenstein, von wo man über sanfte Hügel Rimbach erreicht.

Der Weg von hier nach Neukirchen b. Heiligen Blut führt über den bewaldeten Höhenrücken des Hohenbogen (steiler Auf- und Abstieg am Anfang und Ende der Etappe). Hinter der Wallfahrtskirche von Neukirchen geht es leicht bergauf nach Vorderbuchberg und wandert zum Wander-Grenzübergang Hofberg. Die Wanderung auf böhmischer Seite führt vorbei an ehemaligen Siedlungen der Sudetendeutschen, durch böhmische Dörfer bis nach Kdyne.

Es folgt ein Anstieg zum Gipfel Koráb, wo sich eine Wanderung über einen bewaldeten Höhengrad mit mehreren Ruinen alter mächtiger Burganlagen anschließt. Nach der Ruine auf dem Ryzmberk (Riesenberg) gehts entlang einer Eichenallee nach Zahorzany. Auf schwach befahrenen kleinen Landstraßen erreicht man Domazlice (Taus) mit seinem prächtigen Stadtplatz.
Über den „Lustigen Berg (Vesela hora), vorbei an der Wallfahrtskirche zu Ehren des Hl. Lau-rentius (Vavrinec), vorbei an Teichen und Seen, erreichen wir den Ort Babylon,

Über einen wunderschönen Waldpfad erreicht man schließlich Ceská Kubice. Von hier ist es nicht mehr weit zur bayerisch-böhmischen Grenze, die man auf dem uralten Grenzweg über-quert. Ein aussichtsreicher Weg führt hinunter nach Furth im Wald, wo der Baierweg sein Ende findet.

 

Straubing – Neukirchen

Beginn der 1. Variante des Baierweges ist der Bahnhof in Straubing. Von hier führt er durch das Stadtzentrum (über den herrlichen Stadtplatz, durch den Stadtturmdurchgang und vorbei am Gäubodenmuseum) hinunter an die Donau, die er bei der Schlossbrücke überquert. Hier geht man zunächst auf dem Gehweg, dann auf einem durch Grünstreifen abgesetztem Rad- und Fußweg zur Agnes-Bernauer-Brücke über die Alte Donau.

Von der Brücke blickt man flussaufwärts auf die mächtigen Anlagen der Staustufe. Danach biegt man rechts ab und gelangt hinter der Häusern von Hornstorf an die Donau. Nun geht es 10 km auf  der Deichkrone der Donau entlang flußabwärts durch die weite, intensiv bewirtschaftete und besiedelte Donauebene. Rechts des Deiches ziehen Fracht- und Kreuzfahrtschiffe vorbei, auch zahlreiche Vögel lassen sich mit etwas Glück beobachten. Zur Linken erstrecken sich große Felder und Wiesen, hinter denen sich in der Ferne die Bergkulisse des Bayerischen Waldes aufbaut.

Hinter dem kleinen Örtchen Reibersdorf erhebt sich schon der Bogenberg mit seiner Wall-fahrtskirche als Wegweiser. Weiter geht es entlang des Dammes bis zum alten Schöpfwerk, bei dem der Weg die Alte Kinsach überquert. Gleich dahinter verläßt der Baierweg die Donau, um einen Abstecher zum uralten Kloster von Oberalteich mit seiner barocken Kirche zu machen. Von Oberalteich ist es nicht mehr weit nach Bogen.

Bei der Nepomuk-Brücke überqueren wir die Hauptstrasse zur Innenstadt. Vorbei am Bahn-hof Bogen folgen wir der ehemaligen Bahnstrecke in die Bayerwaldstraße und wandern aus der Stadt hinaus auf den Radl- und Fußweg.

Hinter Bärndorf biegt dieser in Richtung Norden ab und führt uns nun durch weite Felder und Wiesen direkt auf das Bergland des Bayerischen Waldes zu. In Hofdorf biegt man vom geteerten Radweg rechts ab, um einen Abstecher zum alten Prämonstratenserkloster Windberg zu machen. Man verläßt die bequemen ebenen Wege und folgt auf Schotterwegen und Waldpfaden dem Bogenbachtal aufwärts, rechts vorbei an der Klostermühle und Fischteichen, zum Schluß steil hinauf in den romantischen Ort Windberg.

Oben angelangt biegt man links in den hübschen zentralen Platz ein und gelangt durch das Steintor zu der romanischen Kirche und zur Klosteranlage. Vorbei am Nepomuk Bildstock zieht sich der Weg nordwärts hinauf zur Wallfahrtskirche und der Einsiedelei „Hl. Kreuz“. Eine schmale Teerstrasse mit herrlichem Panoramablick führt uns über Unterbucha links in den Wald  steil hinab in eines der schönsten Bachtäler des vorderen Bayerischen Waldes, das sog. Perlbachtal, welches sich von Steinburg bis hinter Neukirchen zieht.

Auf Waldwegen und engen Pfaden wandert man entlang des wildromantischem Waldbächleins, vorbei an zahlreichen Thementafeln und einer Wassertretanlage, bis man bei Neukirchen wieder aus dem Wald tritt.

Wer einen Abstecher nach Neukirchen machen will, muß sich am Ende des Naturerlebnispfades bei der Mühle links halten. 100 m weiter stößt man auf die Hauptstraße, auf der man links nach Neukirchen, rechts in den Ortsteil Haggn mit dem sehenswerten Schloß und Gutshof gelangt. Dort befindet sich auch der Bauernladen und ein schöner Biergarten.

 

Neukirchen – Sankt Englmar

Am Ende des Naturerlebnispfades bei der Mühle von Birkhof in Neukirchen folgt der Baierweg weiter dem idyllischen Bogenbachtal auf lauschigen Pfaden abwechselnd durch Wiesen und Wäldchen. Bei der Buchamühl überquert man zwei kleine Holzstege und folgt dann dem Flurweg durch die Wiesen des Bogenbachtales nach Obermühlbach.

Hat man bisher entlang des Bachtales die Berge noch umgangen, so verläßt man nun den Bogenbach und steigt auf dem Sträßchen „Bayerweg“ (so auch der Flurname) zunächst über Bergwiesen, dann durch Wald steil hinauf. Bevor man in den schattenspendenden Wald ein-taucht, sollte man den schönen Blick zurück über das sanfte Bergland um das Bogenbachtal genießen.
Dann geht’s aber wirklich berauf, 350 Höhenmeter gilt es insgesamt bis zu der kleinen Kapelle von Meinstorf zu überwinden. Das schöne alte Gehöft war früher Brauhaus und Pferdevorspannstation. Von hier kann man eine atemberaubend schöne Aussicht über das Vorgebirge des Bayerischen Waldes hinaus in die Weite der Donauebene genießen.

Jetzt geht es entlang des Kreuzweges nur noch unmerklich bergan bis zur „Weissen Marter“,  zuerst durch Wald, dann durch Wiesen und Hecken direkt hinunter zum Kurpark von Sankt Englmar.

 

Sankt Englmar – Viechtach

Von der Ortsmitte Sankt Englmar wandert man auf der Ortsstraße „Bayerweg“ steil hinauf zur Zipfelwiesstraße, der man weiter hinauf durch die Feriensiedlung folgt. Man überschreitet die Strasse, wandert in Richtung der Hausberge St. Englmars,dem Pröller und dem Predigtstuhl. Dahinter breiten sich die bewaldeten Hügel des Bayerischen Waldes mit den Silhouet-ten der hohen Grenzkammberge im Hintergrund vor einem aus.

Bald erreicht man den „Goldsteig-Zuweg“, der uns über angenehme Wald- und Weisenwege zum Burgdorf Kollburg führt. Unterwegs erinnert ein Hinweis an den Ort „Baierweg“mit sei-nem Bauerndenkmal, über den der frühere historische Baierweg führte. Beim alten Burgturm in Kollnburg biete sich ein wunderbarer Blick auf den Bayerischen Wald .

Weiter gehts auf Wiesen- und Waldwegen, von denen sich immer wieder schöne Aussichten bieten (so zurück ins Aitnachtal auf Kirchaitnach mit dem markanten spitzen Kirchturm). Hinter Reichsdorf breitet sich vor einem quer zur Laufrichtung schon der begleitende Gehölzgürtel des Pfahles aus. Dieser Quarzgang, der eine weltweit bedeutende geologische Besonderheit darstellt, erstreckt sich Kilometer weit wie mit dem Lineal gezogen von der Oberpfalz bis Passau durch Ostbayern. Streckenweise ragen die Querzfelsen Meter hoch über die Landschaft hinaus, so z.B. in Viechtach oder Weißenstein bei Regen..

Man quert den Pfahl bei der St.-Antonius-Kapelle mit der Gruft des Heiligen Antonius und gelangt unter der Bundesstraße nach Viechtach. Das sog. Pfefferbergerl hinauf und dann links weiter in Richtung ehem. Mönchshoftor erreicht man den Stadtplatz mit der Stadtpfarrkirche St. Augustin (1760) und dem alten Rathaus (Jahreszahl 1524 am hinteren Tor).


Viechtach – Kötzting

Vom Stadtplatz in Viechtach geht man die Spitalgasse hinunter, welche flankiert ist  von Sehenswürdigkeiten (zwei Kultsteinen, die St.-Anna-Kapelle mit Karner und Totentanzfresken). Der Baierweg führt hinab zum Spital (Gegr. 1350) mit dem Hl.-Geist-Kirchlein (jetzt Ägairisches Gewölbe), nebenan ein Troidkasten von 1792.

Von diesem Gelände heraus geht es in die Bahnhofstraße und nach Überquerung der Schmausmühlbrücke flußabwärts, entlang des Regenflusses zur Rugenmühle. Hier zweigt ein Schotterweg von der Straße ab, der über Felder und Wiesen nach Pirka führt.

Von hier geht die Wanderung in leichtem Auf und Ab durch offene Kulturlandschaft in das Lammerbachtal hinein. Dann geht´s auf wurzligen Waldpfaden über rauschende kleine Waldbäche zum Höllensteinsee.

Entlang des Uferpfades passiert man lauschige kleine Badestellen, an heißen Tagen ist ein Bad im See eine willkommene Erfrischung. Kurz darauf erreicht man die imposante Staumauer, die zwischen steilen Felsen an einer Engstelle des Regentales den Fluß zum See aufstaut. Von hier hat man einen schönen Blick über den von steilen bewaldeten Hängen eingerahmten wild-romantischen See. Wer sich die Zeit nimmt, kann sich hier auch ein Boot mieten und ein Stück zu den mit Kiefern bestandenen Steilfelsen hinausrudern.

Vom Höllensteinsee steigt man auf wurzligem Waldpfad steil hinauf bis in das kleine Dorf Buchberg. Am Ortsausgang lädt eine Bank zum Verweilen und Genießen der wunderschönen Aussicht über die bewaldeten Hügel des Regentales ein.

Ein Stückchen weiter auf kleinem Asphaltsträßchen erreicht man Sackenried. Das kleine Dorf liegt am Berghang eingebettet in eine wunderschön kleinteilige, bäuerliche Kulturlandschaft und wartet mit einer prächtigen Wallfahrtskirche auf. Von einer Aussichtsbank bei zwei Gedenksteinen oberhalb der Ortschaft kann man noch einen letzten herrlichen Blick zurück genießen, dann taucht man ein in den Wald. Auf weichen Wegen folgt man dem Höhenrücken bis zum Ludwigsberg mit dem Ludwigsturm und der Festspielbühne. Auf dieser wird mit großem Erfolg in jedem Jahr „Weltliteratur“ in bayerischem Dialekt gespielt

Von hier ist es nur ein kurzer Abstieg mit herrlichem Blick auf das Kötztinger Tal und die markante Wallfahrtskirche von Weißenregen. Bald gelangt man hinunter an den Weißen Regen. An seinem Ufer entlang spaziert man direkt in das Stadtzentrum von Kötzting. Auf ei-nem Holzsteg überquert man den Fluß und steigt eine schmale Staffel hinauf an der Kirchenburg vorbei zum Alten Rathaus, wo täglich um 11 Uhr das Glockenspiel mit Figurenlauf zu hören und zu sehen ist.


Kötzting – Neukirchen b. Hl. Blut

Vom Ortskern in Kötzting folgt der Baierweg der Marktstraße hinauf, bis er rechts in den Zeltendorfer Weg abbiegt. Auf dieser verläßt man Kötzting. An ihrem Ende, wo man auf die Schlesier Straße stößt, beginnt gegenüber ein kleiner Wiesenpfad, der den Hügel hinauf in den Wald führt. Vom Waldrand aus lohnt es sich, seinen Blick über das herrliche Land rundherum schweifen zu lassen. Zurück blickend sieht man Kötzting und den Ludwigsberg unter sich liegen. Hinter Kötzting erhebt sich der Kaitersberg mit dem Kreuzfelsen, in dessen Wäldern der berühmte Räuber Heigl gehaust haben soll und entlang des Bergkammes man bis auf den Arber wandern kann. Links davon das Tal des Lamer Winkels, das auf der anderen Seite vom Höhenzug des Hohen Bogens eingerahmt ist. Dort hinauf führt uns der Baierweg.

Doch zunächst einmal geht es durch den Wald (auf schönen Waldwegen, später auf Asphaltsträßchen) nach Ried, wo die beeindruckende 1000-jährige Wolframslinde, eine der ältesten Linden Deutschlands, inzwischen bereits kräftig ramponiert, zu bestaunen ist. Wir wenden uns zum westlichen Ortsrand, hier beginnt der Aufstieg zum Haidstein. Auf einem steilen wurzligen Waldpfad überwindet man 150 Höhenmeter bis zu einer bewirtschafteten Berghütte, die malerisch auf einer Waldwiese steht. Ein kurzer Pfad (200 m) führt auf den Gipfel mit Resten einer ehemaligen Burg, der sich weniger wegen der Aussicht lohnt – diese ist von den umstehenden Bäumen leider mittlerweile zugewachsen – als vielmehr wegen des schönen Kirchleins.
Vom Haidstein führt ein wurzliger Pfad wieder steil hinunter bis zu dem Wellness-Hotel Bayerwald bei Liebenstein und von dort über Wiesen sanft bergab nach Kettersdorf. Über lauschige Waldteiche erreicht man bei Wiedenhof die Straße nach Rimbach.

Da heute die längste und schwierigste Wanderstrecke absolviert werden muss, kann der Haidstein auch umgangen werden. Wir verlassen Ried östlich, gehen einige hundert Meter auf der Strasse, erreichen dann bald einen Weg, (Ru2) der links in Richtung Liebenstein führt. Dort kommen wir wieder auf unseren „Baier-Weg“.

Der Baierweg führt nicht ganz hinunter in den Ortskern von Rimbach, sondern zweigt vorher links ab und steigt durch den steil an den Hang gebauten Ortsteil Auberg hinauf nach Lichte-neck. Von hier wandert man auf einer Schotterstraße durch den Wald nach Hinterlichteneck. Im Wald weist ein Schild auf den Weg zur Burgruine Lichteneck, ein lohnender Abstecher. Hier wird im Sommer Theater gespielt.

Durch den Wald gelangt man auf eine Forststraße, auf der man zunächst nahezu höhengleich zum Westhang des Hohenbogens wechselt. (Der Baierweg stößt bald auf die Markierungen des Europäischen Fernwanderweges E6, dem grünen Dreieck und dem Wanderzeichen des „Goldsteig“) Hier zweigt rechts ein schmaler Steig ab, auf dem man den steilen und etwas mühsamen Anstieg durch schöne Bergwälder hinauf auf den ersten Gipfel des Hohenbogens bewältigt, den Burgstall.

Vom Gipfelkreuz sieht man hinunter nach Furth im Wald, wo der Baierweg nach seinem Bo-gen von Neukirchen b.Hl. Blut durch Böhmen endet. An der Stelle des Sendeturms des Bayerischen Rundfunks war eine Höhenburg der Grafen von Bogen geplant, die dem Gipfel seinen Namen gab. Leider starb während der Bauarbeiten das Grafengeschlecht derer „von Bogen“ aus, sodass diese Burg nie zu Ende gebaut wurde. Man wandert nun zunächst auf dem kleinen Asphaltsträßchen, bald links in den Wald und gelangt auf einen Waldweg zur ehemaligen Forstdiensthütte, jetzt Wirtshaus mit Biergarten.

Von hier geht es weiter auf steinigen Pfaden (Trittsicherheit erforderlich) in anstrengendem Auf und Ab durch den felsigen Hochwald. Nach Erreichen der Teerstrasse, die früher zur Nato-Militärstation auf dem Eckstein führte, erreichen wir bald die Bergstation der
Hohenbogenbahn mit Gasthaus, von wo ein prächtiger Blick nach Norden und Osten möglich ist.  Hier verlässt auch der „Goldsteig“ unseren Weg.

Von hier sieht man auch das heutige Etappenziel – Neukirchen beim Heiligen Blut – wunderschön unter sich liegen. Nun geht es am Berggasthof(Übernachtungsmöglichkeit) vorbei entlang der Skipiste, dann auf wurzeligem Waldpfad am vorbei Haus Schönblick (Einkehr und Übernachtungsmöglichkeit) steil bergab (im Wald verläßt man den E6 und zweigt links ab), bis man bei Vordermais wieder aus dem Wald kommt und Neukirchen b. Hl. Blut nun ganz nah vor sich sieht. Ein Schotterweg führt durch ein Bachtal direkt in den Ortskern mit seiner herrlichen barocken Wallfahrtskirche, die auf eine Legende (Hl. Blut) aus Anfang des 15. Jahrhunderts hinweist.


Neukirchen b. Hl.Blut  –  Kdyne / Neugedein / CZ

Vom Ortszentrum Neukirchen führt die Ortsstraße zur  Wallfahrtskirche. Auf halbem Weg zweigt der „Baierweg“ rechts ab und klettert den Hang hinauf nach Vorderbuchberg. Während des Aufstieges lohnt sich immer wieder ein Blick zurück auf die herrliche Wallfahrtskirche, hinter der sich der mächtige Bergrücken des Hohenbogen aufbaut.

Auch hinter Vorderbuchberg bietet sich von der Höhenstraße wieder herrliche Ausblicke. So wandert man durch Wiesen und Felder bis zu einer kleinen Feldkapelle unterhalb eines mäch-tigen, mit einem Uhrenturm prahlenden Einödhofs. Hier verlässt der Baierweg das Asphaltsträßchen und biegt ein in einen Erdweg, der durch ausgedehnte Wälder nahezu höhengleich nach Hofberg führt, wo auf einer alten Hofstelle, auf welcher bis vor Kurzem, hervor-gerufen durch einen alten Schwur, keiner der Besitzer über 45 Jahre alt wurde.
Wir gehen nun noch einige 100 m bis zum Wanderübergang Hofberg, wo wir die Grenze nach Tschechien überschreiten. Ab hier bitte auf die tschechische Markierung achten, das Rau-tenwappen des Baier-Weges wird nicht weitergeführt.
Über eine Allee (Markierung weiß-grün-weiß), die auf eine früher intensivere Nutzung hinweist, erreichen wir das Dorf Predni Fleky (Vorderflecken), wir wenden uns nach links, Markierung (weiß-rot-weiß), folgen kurz der Strasse bis Cervene drevo (Rothenbaum), wo man noch die Fundamente der nach dem Krieg abgerissenen Kirche erblicken kann.
Wir verlassen die Strasse nach rechts, kommen durch den Wald bald die Näher der „Bärenkapelle“, später zum ehemaligen Forsthaus (Golfplatz geplant) an der Strasse zwischen Vseruby und Nyrsko, Orte, welche vor dem 2. Weltkrieg mehrheitlich von Sudetendeutschen besiedelt waren. Wir folgen der kleinen befestigten Strasse in den Wald, erreichen später Orlovice (der Name weist auf den früheren Silberabbau hin), kommen durch weitere „böhmische“ Dörfer, wie Nova Ves (Neudorf), über den Berg Cepice nach Kdyne (Neugedein). Kurz vorher überschreiten wir die Europäische Wasserscheide, d.h. das nach Norden fließende Wasser fließt über die Moldau, Elbe zur Nordsee, das nach Süden fließende Wasser wird über den Fluss Regen, die Donau ins Schwarze Meer geleitet.

Vom Gipfel des „Cepice“ („Mützchen/Hütchen“) aus sieht man auf dem zurückliegenden Weg, die barocke Wallfahrtskirche zu Ehren der Hl. Anna (Tanaberk) und den Stausee bei Všeruby, hinter der Kuppe kann man im Tal schon Kdyne (Neugedein) erkennen, dem nächs-ten Ziel dieser Wanderung.
 
Die Stadt liegt am Fuße der bewaldeten Berge Koráb und Rýzmberk (Riesenberg), über die man am nächsten Tag wandern wird. Direkt unter sich erkennt man das Örtchen Praporište, zu dem ein schöner Steig zunächst durch Wald, dann durch Wiesen und Gärten hinunterführt. Nach der Bahnunterführung folgt man rechts der Straße am Bahnhof vorbei auf den großen Marktplatz von Kdyne, in dessen Nähe sich auch  die Unterkünfte befinden.

Übersicht über die Farbmarkierungen zur Orientierung im tschechischen Teil des Baierweges: von der Grenze bis Predni Fleky: weiß/grün/weiße Markierung von Predni Fleky bis zum Cepice Gipfel: weiß/rot/weiße Markierung und von Cepice bis Kdyne wieder weiß/gelb/weiße Markierung.

 

Kdyne / Neugedein – Domazlice / Taus

In Kdyne folgt man der Hauptstraße entlang des Marktplatzes in Richtung Klatovy, biegt aber bereits wenige Meter hinter dem Platz links in einen Feldweg, der vorbei an kleinen Häuschen und Obstbaumwiesen den Hang hinaufklettert. Dabei breitet sich vor einem der bewaldete Höhenrücken aus mit den Gipfeln Koráb (Aussichtsturm), den Burgruinen Novy Herštejn und Ryzmberk (Riesenberg), von dessen Turm man, wenn geöffnet, auch herabblicken kann.

Auf schönem Waldweg steigt man weiterhin bergan, bis man auf idyllische Hangwiesen hinaustritt und vom Höhenweg eine atemberaubend schöne Aussicht auf das schwach besiedelte bayerisch-böhmische Grenzgebiet genießen kann. Im Hintergrund sind die Silhouetten des Hohen Bogens, dahinter der Kaitersberg und links davon, mit seinen zwei markanten Spitzen, der Osser erkennbar.

 

Man folgt einem Wiesenweg rechts hinunter und durchwandert ein uriges kleines Bauerndörf-chen (Branirov), in dem man sich um ein Jahrhundert zurückversetzt fühlt. Bei der kleinen Dorfkapelle unter zwei mächtigen Linden steigt der Weg links hinauf und verlässt alsbald das Dorf, um durch den Wald hinaufzusteigen, später nochmals links,  zum Gipfel des Koráb.

Ein Aussichtsturm und die Berghütte am Koráb (Einkehrmöglichkeit) versperren scheinbar die Aussicht, vom Turm bzw. hinter der Hütte lässt sich jedoch ein Blick hinunter auf Kdyne und ins „Bayerische“ werfen.

Ein steiler Wurzelpfad führt hinunter zu dem Asphaltsträßchen, auf dem man über den bewaldeten Höhengrad, nach Überqueren einer Strasse, zu einem schönen alten Gut am Fuße der Burgruine Novy Herštejn gelangt. Von der prächtigen Allee zweigt rechts ein kleiner Stich-weg ab, auf dem es ca. 500 m durch den Wald hinauf zu den vom Wald eingewachsenen Resten einer einst mächtigen Burganlage geht. Imposante, kunstvoll geschichtete Steinmauern ra-gen hier zwischen den Bäumen empor, fast unüberschaubar ist das große Gelände aus zentralem Bergfried, umschließenden Mauern und Wallanlagen, welches man auf kleinen Pfaden erkunden kann.

Wieder zurück bei dem Gut folgt man der prächtigen Lindenallee und gelangt in den Wald, wo man entlang des Höhenrückens bald auf eine frühmittelalterliche Wallanlage (Na prikope) stößt. Man überquert mehrere Schutzwälle und steigt dann hinunter zu der kleinen Ortschaft Podzámcí. Hier teilt sich der Baierweg in zwei Varianten: auf der rot markierten
Strecke, die direkt in ein Wiesental hinunterführt, spart man sich den Umweg über den Riesenberg und seine Ruine.

Wer jedoch die alte Burgruine, die Turmbesteigung und die herrliche alte Allee am Fuße des Berges nicht vermissen will, folgt der grünen Markierung ortsauswärts: Hinter Podzámci zweigt der Baierweg (und die grüne Markierung) rechts ab. Es empfiehlt sich jedoch, die we-nigen Meter bis zum Grat noch auf der Straße zu bleiben, um den schönen Blick hinunter auf Kdyne, früher Neugedein, und den zurückgelegten Weg über den dahinter sich erhebenden Berg Cepice nicht zu verpassen. Dann biegt man rechts in den Wald ein und steigt ein kurzes Stück steil hinauf zu der Burgruine Ryzmberk (Riesenberg). Wenn die einfache Einkehrmöglichkeit geöffnet ist, kann auch der Turm für eine geringe Gebühr bestiegen werden.

Nun geht es auf einem steilen Wurzelsteig durch wunderschöne Bergwälder wieder hinunter, bis man an den Waldrand kommt. Hier beginnt rechts einer der schönsten Wegabschnitte des Baierweges, durch prächtige Alleen am Rand verwunschener Eichenwälder höhengleich auf einer Anhöhe entlang, von der sich herrliche Ausblicke über die idyllische, sanft gewellte böhmische Kulturlandschaft ergeben. Südländisch muten die zahlreichen, das Landschaftsbild prägenden Säulenpappel-Alleen an. Weit unten schmiegt sich das schöne Örtchen Kout na Sumave mit seinem Schloß an den Hang, in welchem bis Kriegsende die böhmischen Adligen „von Stadion“ residierten.

So wandert man fast drei Kilometer, bis man auf eine Straße stößt. Ihr folgend sieht man in der Verlängerung der Straße vor sich den Berg Cerchov (Schwarzkopf, 1042 m hoch) vor sich, erkennbar an de Türmen einer ehemaligen Militärstation des Warschauer Paktes, , die bis zur „Wende“ des Jahres 1990 russische und tschechische Soldaten beherbergte. Inzwischen kann das Gelände mit einem Aussichtsturm wieder touristisch genutzt werden.
Nach 500 m zweigt rechts eine Pappelallee ab. Man folgt dem Sträßchen ein Stück weit und wandert dann wieder auf weichen Pfaden durch den Wald. Von hier gehts auf dem Schotter-weg über die Kuppe nach Zahorzány.
Vom Ortskern mit Weiher folgt man der Landstraße ortsauswärts. Von hier hat man noch einmal einen herrlichen Blick auf die zurückgelegte Wegstrecke, den markanten Riesenberg und den langgestreckten Waldrand mit seiner Eichenallee. Hinter der Kuppe sieht man dann schon die bereits im 12. Jahrhundert gegründete böhmische Stadt Domazlice (Taus) mit sei-nem prächtigen Stadtturm vor sich liegen. Auf Nebenstraßen wandert man durch das Dörf-chen Borice und schließlich entlang des Baches Zubrina, vorbei am Bahnhof in die Stadt hinein. Durch das große alte Stadttor betritt man den majestätischen Stadtplatz, eingerahmt von mondänen Häuserfassaden und beidseitig flankiert von Arkaden des 16. Jahrhunderts, die beim Bummeln durch die zahlreichen Lädchen, Bars und Restaurants Schutz vor Regen und Sonne gewähren. In der Nähe der Kirche finden Sie auch die Unterkünfte.

 

Übersicht über die Farbmarkierungen zur Orientierung im tschechischen Teil des Baierweges: von Kdyne bis Branisov: blaue Markierung von Branišov bis Berg Koráb: gelbe Markierung von Berg Koráb bis Überquerung der Straße vor der Ruine Novy Herštejn: grüne Markierung
nach Überquerung der Straße bis Domazlice: rote Markierung, Umweg über den Riesenberg: ab Podzamcí grüne Markierung, bis man wieder auf die roten Zeichen stößt (Vorsicht, hier nicht links nach St. Dvur abbiegen!)

 

Domazlice/Taus – Furth im Wald

Der Baierweg führt vorbei am leicht schiefen Turm am Stadtplatz und biegt an dessen Ende links ab, vorbei am Chodenschloß mit Museum, in eine Straße, die rasch ortsauswärts führt.

Nach Überquerung der Bahngleise beim Bahnhof Domazlice-Mesto, geht man nach rechts, (weiß-grün-weiß) steigt einen bewaldeten Hohlweg hinauf, vorbei an der Anna-Kapelle, zu der wunderschön auf dem Aussichtshügel Veselá hora liegenden barocken Wallfahrtskirche Svatá Vavrinec (Hl. Laurentius).
Vom Schatten mächtiger Bäume aus schweift der Blick über das hügelige Chodenland mit seiner Hauptstadt  Domazlice.
Auf idyllischen Wegen und Pfaden geht die Wanderung nun sanft hinab, (auf weiß-rot-weiß wechseln) bis man einen einsam gelegenen Weiher erreicht. Von hier geht es durch ausgedehnte Wälder vorbei am kleinen Bahnhof von Babylon, bei dem man die Gleise unterquert, der Blick fällt hinunter auf den großen See mit Badegelegenheit und die ersten Häuser der kleinen Ortschaft, die bereits vor 100 Jahren bei Tschechen und Deutschen als Ferienort bekannt waren. Hier besteht auch Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit.
Der Baierweg führt nicht in den Ort hinein, sondern biegt links in die Uferstraße ein. Über diese gelangt man alsbald auf einen verwunschenen Waldpfad, der abwechselnd der Bahnlinie und einem kleinen Bächlein (Bistrice) folgt, eine äußerst reizvolle Wanderung durch einen wunderschönen „Märchenwald“.
Am Bahnhof vorbei gelangt man in den Ort Ceská Kubice (Böhmisch Kubitzen). Ab hier Markierung weiß-rot-weiß.
Man verlässt den Ort, in dem man bereits, weil grenznah, die negativen Ausuferungen der modernen Fun-Gesellschaft erkennen kann, geht auf einer kleinen Straße ortsauswärts den Hang hinunter und überquert die Umgehungsstraße. Kurz dahinter im Wald zweigt der Baierweg hinter dem Bach links ab und steigt sanft, aber beständig  den Hang hinauf.
Bis zur Grenze wandert man nun den bewaldeten Hang entlang. Nur ab und zu sieht man auf kurzen Strecken hinunter ins Tal auf das Örtchen Folmava (Vollmau) mit seinem schönen Kirchlein und dem großen Grenzübergang mit seinen ehemaligen Abfertigungsanlagen, seinen Tankstellen und sonstigen Auswüchsen modernen Lebens. Aber was kümmert es Sie, Sie bleiben in angemessenen Abstand im Wald.

 

So erreicht man, zuletzt über eine geteerten Radweg, einen kleinen Grenzübergang für Wanderer, Radfahrer und Langläufer, der „seit Menschengedenken als Grenzübergang zwischen Bayern und Böhmen genutzt wurde.(Schafberg/Ovci vrh) Von hier folgt man wieder dem „Rautenwappen“, herrliche Aussichten auf die Bayerwaldberge Osser und den Hohenbogen, den wir vor einigen Tagen noch überqueren durften, die Further Senke und vorbei an Denk-mälern, die an die zahlreichen Schlachten in diesem Tal erinnern, hinunter nach Furth im Wald. Von der Kreuzkirche (1661) geht es auf der gleichnamigen Straße hinunter auf den at-traktiven Stadtplatz, wo alljährlich im August das älteste Volksschauspiel Deutschlands, „Der Drachenstich“, aufgeführt wird. Furth im Wald bietet noch weitere Sehenswürdigkeiten, u.v.a. das Deutsche Drachenmuseum, die Further Felsengänge, das Museum Flederwisch oder der Wildgarten mit der Unterwasser-Beobachtungsstation
In Furth im Wald endet der Baierweg. Ab hier bestehen auch gute Verbindungen mit der DB.


Übersicht über die Farbmarkierungen zur Orientierung im tschechischen Teil des Baierweges:

Von Domazlice bis zur Abzweigung ca. 400 m hinter dem „Vavrinec“ im Wald: blaue Markierung, weiter nach rechts bis Babylon: rote Markierung, von Babylon bis Ceska Kubice: blaue Markierung, bis zur Grenze: rote Markierung, ab Grenze wieder das Rautenwappen (Vorsicht: in Ceská Kubice zweigt noch ein zweiter, blau markierter Wanderweg, der über Folmava zum großen Strassenübergang führt, ab!  Aber auch dieser Weg führt zur Grenze, in Richtung Furth im Wald .